Sixties Dance Night mit der Earlsband 

Bericht von Jutta Killmann
Nicht nur stilgerecht wirbelnde Röcke lockte die „Earlsband“ mit ihrer „Sixties Dance Night“ auf die Tanzfläche. Spielfreudig zauberte sie leuchtenden Auges mit Songs von The Doors (Light My Fire), Bill Haley (Tutti Frutti), The Rolling Stones (z.B. Brown Sugar) und vielen anderen Stars auch den Glanz der Erinnerung in den Weiler Bürgersaal. Manches „Woisch no?“ erstrahlte in den Herzen der Tänzer und Zuhörer und fand in ihren Gesichtern sanften Widerhall – Erinnerungen an erste Liebe (Beatles: Let it be), jugendlichen Protest (Satisfaction) oder stürmische Livekonzerte in ferner Zeit. Aber auch jüngere Besucher ließen sich von der Musik der Sechziger gerne einfangen. So brachte die „Earlsband“ den Saal mit Rock und Soul einen ganzen Abend lang zu verklärtem Grooven.

Der „harte Kern“ der Band, Gerd (lead guitar, solo & background vocals) und Gerhard (lead singer, rhythm guitar), blickt auf eine lange, künstlerische Biographie zurück, deren Höhepunkt – wie auch der Titel der Veranstaltung verrät – in den 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts lag. Damals machten sie als „The Earls“ in wechselnden Konstellationen – selbst noch sehr jung – die GI-Clubs in Süddeutschland unsicher. Der Name sei in Anlehnung an Rockbands wie zum Beispiel „The Lords“ entstanden und Jahre später mit neuen Mitspielern in „Earlsband“ abgewandelt worden, so Gerhard. Sich selbst und seine musikalisch ebenfalls sehr erfahrenen Mitspieler (Achim: drums, background vocals, Werner: bass, background vocals und Tom: Keyboards, background vocals) bezeichnet er in typisch schwäbischem Understatement als „engagierte Amateure“, die aus „Spaß an der Freid“ ihre Musik weiter pflegen und anderen Interessierten zugänglich machen.
Mit diesem Spaß, inniger Verbundenheit mit der Musik und hoher Professionalität, schlug die Band das Publikum in ihren Bann. So verlieh sie dem von der Ebersbacher KulturWerkstatt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Bürgerhaus Weiler veranstalteten Abend ein ganz besonderes Flair. 

Dazu trug auch das liebevoll gestaltete Catering des Fördervereins bei.

 

Bilder: Claudius Schell

Bericht zum Auftritt von „Die Besenreisser“ in Ebersbach-Weiler am 25.03.17


von Jutta Killmann. Bilder von Gilbert Kübler

Unter dem Motto „Rock’n‘Roll- schwäbisch & handg’macht“ ließ es das Duo „Die Besenreisser“ so richtig krachen. Mit internationaler Weltmusik, deutschen „Oldies“ und schwäbischen Volksliedern lockten „dr Fabi“ (Fabian Hörner, Klavier und Ziehharmonika) und „dr Guido“ (Guido Dieringer, Gitarre) ihr Publikum in dem liebevoll im Stil der 50er- und 60er Jahre dekorierten Ebersbach-Weilermer Bürgersaal aus der Reserve.

„Dr Schwob derf am Samstagobend koi Kraft meh han“, in solcher Weise ironisch kommentierte die anfängliche Zurückhaltung der mehrheitlich aus Ebersbach stammenden Zuhörerschaft. Mit dem Song „Mir Schwoba send Pfondskerle“ ließ das Duo aus Heiningen aber Balsam in die abgeschafften schwäbischen Seelen fließen und so brachte es den Saal mit einer bunten Mischung aus Songs unter anderem von Elvis Presley (Blue Suede Shoes), Wolle Kriwanek (Ufo) und Drafi Deutscher (Marmor, Stein und Eisen bricht) bald zum Mitschunkeln, Mitswingen und Mitsingen.

Einen Höhepunkt fand das Programm mit dem Auftritt von „Rene´“, einem Gastsänger aus der Esslinger Rock’n’Roll- Ensemble „The BangBags“. Gemeinsam mit ihm liefen „Die Besenreisser“ Fabian Hörner und Guido Dieringer, die unter anderem auch im oben genannten Ensemble auftreten, mit den Songs wie „Barbara Ann“ (Beach Boys), „Can‘t Help Falling in Love“ (Elvis Presley) und einer Reminiszenz an den jüngst verstorbenen Rock’n’Roll-Pionier Chuck Berry (Sweet Sixteen) zu künstlerischer Hochform auf.

Die Frage nach dem zunächst etwas befremdlich klingenden Namen des Duos weist auf die musikalischen Lebensläufe der beiden „Besenreisser“ hin. Jahrelang waren sie als „dr Fabi“ und „dr Guido“ in den Besenwirtschaften vor allem Uhlbachs und Fellbachs unterwegs, um mit ihrer Musik ihre Zuhörer von den Bänken zu reißen, bevor ihr heutiger Name plötzlich wie von selbst im Raume stand. Nach wie vor finden sie dort regen Zulauf, und zwar zunehmend auch von ganz jungen Menschen, wie Fabian Hörner stolz und mit Begeisterung beteuert. So scheint sich das Duo auch als Vermittler zwischen den Generationen zu verstehen, und zwar nicht nur für Menschen „Zwischen Stuttgart und Cannstatt“. Wenn es mit Hingabe den Saal nicht nur zum Mitsingen bei „Auf`m Wasa graset Hasa“, sondern auch bei „The Lion Sleeps Tonight“ animiert, wird deutlich wie „Die Besenreisser“ mit ihrer Musik dazu beitragen, schwäbische Identität –wenn auch manchmal a bissle bäbbich- mit der globalisierten Welt zu verknüpfen. Auf Grund ihrer speziellen Ausrichtung seien sie jüngst sogar in der Landesschau des SWR aufgetreten!

Im Bürgersaal in Weiler brachten die leidenschaftlichen Vollblutmusiker die Stimmung nicht zuletzt durch ihre teils ekstatischen Showeinlagen mit fast schon dämonischer Kraft zum Kochen. Auch die stilgerechte Bewirtung der Gäste durch das Kulturteam des Bürgerhausvereins mit Burgern und anderen „Gaumen- und Gurgelfreuden“ ließ die Veranstaltung der Kulturwerkstatt Ebersbach zu dem werden, was im Programm angekündigt war: zu einem Wahnsinns-Abend!

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