Gelungene literarisch-musikalische Matinée mit dem Lyrik-Bühne Duo

Bereits 20 Jahre währt die Zusammenarbeit zwischen der Ebersbacher KulturWerkstatt und dem Lyrik-Bühne Duo Esslingen, doch hatte man bislang nie eine Matinée am späten Sonntagvormittag kredenzt. Der recht gut gefüllte Veranstaltungssaal der Musikschule Ebersbach zeugte von einem offenbar gut gewählten Termin und gleichzeitig von der Beliebtheit der anspruchsvollen Dichterporträts der Lyrikbühne.

Schon 1993 ließ sich Literaturprofessor Harald Vogel von seinem Grund- und Hauptschul-Studenten Andreas Passauer, damals junger Stadtrat und Vorsitzender der frisch geborenen KulturWerkstatt, davon überzeugen, dass Gastspiele des Podiumtheaters der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in Ebersbach auf interessierte Menschen stoßen werde. Dreimal waren die quicklebendigen Studenten mit ihrem „Herold der Poesie“ (so NWZ-Redakteur Jürgen Schäfer in einem Zeitungsbericht) mit Ringelnatz, Ausländer und einer Berlin-Revue zu Gast. Dann folgte die Premiere des Lyrik-Bühne Duos mit einem Porträt über Heinrich Heine im Oktober 1997. Viele Jahre war der Veranstaltungsraum im Dachgeschoss des Städtischen Museums „Alte Post“ Heimat weiterer Lyriker von Tucholsky über Brecht und Fried bis Schiller und Goethe. Höhepunkt des gemeinsamen Schaffens war sicher 2001 die Reihe über Rose Ausländer „Schreiben ist Leben. Überleben“, für die Ministerpräsident Erwin Teufel die Schirmpatenschaft übernahm.

Bisweilen trat das beliebte Duo mit dem überaus belesenen Moderator, Rezitator und Sänger Harald Vogel und dem Multiinstrumentalisten (Klavier, Geige, E-Gitarre, Perkussion, Singende Säge, Akkordeon, u.v.m.) und Künstler Johannes Weigle auch in der Historischen Fabrikhalle Harsch auf. Mittlerweile ist aber der schmucke Konzertsaal der im Herzen der Stadt liegenden Musikschule die adäquate Heimat der literarisch-musikalischen Soiréen und nun auch Matinéen geworden!

Hermann Hesse war bereits anlässlich seines 130. Geburtstags vor 10 Jahren Inhalt eines Porträts. Am 26. November 2017 wartete Harald Vogel, der den Poeten dieser Welt geradezu investigativ und ruhelos immer tiefer auf den Zahn fühlt, mit neuen Erkenntnissen auf…

Sixties Dance Night mit der Earlsband 

Bericht von Jutta Killmann
Nicht nur stilgerecht wirbelnde Röcke lockte die „Earlsband“ mit ihrer „Sixties Dance Night“ auf die Tanzfläche. Spielfreudig zauberte sie leuchtenden Auges mit Songs von The Doors (Light My Fire), Bill Haley (Tutti Frutti), The Rolling Stones (z.B. Brown Sugar) und vielen anderen Stars auch den Glanz der Erinnerung in den Weiler Bürgersaal. Manches „Woisch no?“ erstrahlte in den Herzen der Tänzer und Zuhörer und fand in ihren Gesichtern sanften Widerhall – Erinnerungen an erste Liebe (Beatles: Let it be), jugendlichen Protest (Satisfaction) oder stürmische Livekonzerte in ferner Zeit. Aber auch jüngere Besucher ließen sich von der Musik der Sechziger gerne einfangen. So brachte die „Earlsband“ den Saal mit Rock und Soul einen ganzen Abend lang zu verklärtem Grooven.

Der „harte Kern“ der Band, Gerd (lead guitar, solo & background vocals) und Gerhard (lead singer, rhythm guitar), blickt auf eine lange, künstlerische Biographie zurück, deren Höhepunkt – wie auch der Titel der Veranstaltung verrät – in den 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts lag. Damals machten sie als „The Earls“ in wechselnden Konstellationen – selbst noch sehr jung – die GI-Clubs in Süddeutschland unsicher. Der Name sei in Anlehnung an Rockbands wie zum Beispiel „The Lords“ entstanden und Jahre später mit neuen Mitspielern in „Earlsband“ abgewandelt worden, so Gerhard. Sich selbst und seine musikalisch ebenfalls sehr erfahrenen Mitspieler (Achim: drums, background vocals, Werner: bass, background vocals und Tom: Keyboards, background vocals) bezeichnet er in typisch schwäbischem Understatement als „engagierte Amateure“, die aus „Spaß an der Freid“ ihre Musik weiter pflegen und anderen Interessierten zugänglich machen.
Mit diesem Spaß, inniger Verbundenheit mit der Musik und hoher Professionalität, schlug die Band das Publikum in ihren Bann. So verlieh sie dem von der Ebersbacher KulturWerkstatt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Bürgerhaus Weiler veranstalteten Abend ein ganz besonderes Flair. 

Dazu trug auch das liebevoll gestaltete Catering des Fördervereins bei.

 

Bilder: Claudius Schell

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